Zeit für einen Jobwechsel?

Es gab einmal Zeiten, da galt es als höchstes der Gefühle als Arbeitnehmer, auf einer ebenso einträglichen wie nicht-so-sehr-anstrengenden Position zu landen - möglichst beamtet - und sich dort anketten zu lassen. Eine Stelle in einem bekannten Konzern etwa war aufgrund von sozialen Errungenschaften, die damals noch bereitwillig verteilt wurden und dem fehlenden Wettbewerb mit anderen Gesellschaftssystemen inzwischen zum Opfer gefallen sind, so begehrt, dass man nur über Beziehungen und Verwandtschaft hineinkam und - sich natürlich daran klammerte und sich einrichtete, auf Jahrzehnte dort zu bleiben. Diese Lebenskonzepte mögen langweilig klingen, aber sie hatten den Vorteil, dass so etwas wie Lebensplanung und Familiengründung leicht fielen, weshalb es auch mehr Kinder gab und weniger Psychiatercouchplätze.

Tapetenwechsel, Zimmerlüften, Ausbrechen, Befreiungsschlag - viele Namen für den Jobwechsel

Nun ja, es ist sicherlich nicht jedermanns Sache sich auf ein so langweiliges Berufsleben einzustellen, in den Sechzigern, Siebzigern bis Achtzigern auch nicht, aber heute träumt so mancher davon, insbesondere unter denjenigen, die man als "Generation Praktikum" bezeichnet. Ein Jobwechsel kann beides bedeuten: Chance und Risiko. Wer darüber nachdenkt, versucht sich natürlich in erster Linie zu verbessern. Er könnte glauben, am alten Platz würde man seine Qualitäten nicht gebührend würdigen, würde ihn nicht befördern wie er es verdiente, legte ihm Steine in den Weg um nicht voranzukommen...
Für andere Jobwechselfreudige ist es eine Problematik mit Kollegen oder Vorgesetzten, die sie vergrault und zu neuen Ufern treibt. Es kann sich um eine vergiftete Arbeitsatmosphäre handeln, um schlechte Behandlung durch den Chef, Mobbing unter den Kollegen. Niemand geht auf Dauer gerne gefrustet an solch einen Arbeitsplatz. Wer nicht resigniert hat und den Kopf einzieht, der erwägt den Jobwechsel. Er wird das in der Regel heimlich tun und sein altes Arbeitsumfeld daran nicht teilhaben lassen, um die Sache nicht noch schlimmer für ihn zu machen. Er geht auf Jobbörsen und durchstöbert die Stellenanzeigen seiner Tageszeitung. Kommt es zu Vorstellungsgesprächen, so geht er dabei konspirativ vor als wäre er Geheimagent beim Dokumentenweiterreichen, damit niemand etwas bemerkt. Nichts macht ihm mehr Angst als das Szenario, die alte Stelle zu verlieren und noch keine neue gefunden zu haben - also in der Luft zu hängen.

Ein Trend zu immer häufigeren Wechseln

Nach einer europaweiten Umfrage haben 13 Prozent der Befragten (in Klammern der Wert für Deutschland: 14%) noch nie den Arbeitgeber gewechselt, die überwältigende Anzahl von 60 Prozent ein- bis fünfmal (66%), neun Prozent sechs- bis zehnmal (7%), ein kleiner Anteil von zwei Prozent gibt an mehr als zehnmal gewechselt zu haben (1%) und der Rest hat entweder nie gearbeitet oder weiß es nicht (mehr so genau) [Quelle: Statista.com 2015]. Daraus ersieht man, dass in Deutschland noch etwas konservativer oder zurückhaltender mit der beruflichen Mobilität umgegangen wird im Vergleich zum EU-Ausland. Vermutlich dürften sich die Werte aber in den nächsten Jahren bei all den Zeitverträgen und befristeten Arbeitsverhältnissen, auch dem Anstieg von Minderbeschäftigten (nach US-Unart mit mehreren solcher Jobs belastet) weiter Richtung Mehrfachwechsel verschieben. Das sind alles Einflüsse, die die Fluktuation auf dem Arbeitsmarkt anheizen.

Wird es Zeit für mich zu gehen?

Wann genau sollten Sie den Job wechseln, was denken Sie? Hier sind ein paar Indikatoren, die bei Ihnen die Alarmglöckchen bimmeln lassen sollten: 

  • Um Sie herum wird ständig befördert und das Gehalt erhöht, nur bei Ihnen bleibt alles beim Alten
  • Bei Ihrem Erscheinen fängt der Chef immer an auf der Tischplatte zu trommeln
  • Ihr Arbeitsplatz wandert in den Etagen immer weiter abwärts, irgendwann sitzen Sie im Keller, in einem Archiv
  • Die Kollegen grinsen in Ihrer Gegenwart oder fangen an zu kichern
  • Auf Ihrem Tisch werden die To-Do-Berge immer höher und bei den anderen immer weniger
  • Statt Firmenwagen bekommen Sie eine Monatskarte für die Verkehrsbetriebe oder das Fahrrad vom Hausmeister
  • Bei Meetings und Betriebsfesten ist Ihr Sitzplatz ganz außen oder ganz weit entfernt
  • Saubere Übergänge und ein Abgang ohne Tränen

Nun, wenn also schon gebimmelt wurde, wird es Zeit die Zelte abzubrechen. Aber nicht zu auffällig, sonst drückt man Ihnen noch die eine oder andere Zumutung hinein. Es wurde bereits erwähnt, dass die Suche nach einem neuen Platz am besten unauffällig geschehen sollte. Sie tun so als wäre alles wie immer. Legen Sie Wert auf Diskretion bei Ihren Unterredungen mit möglichen neuen Arbeitgebern. Und hoffen Sie, dass diese sich auch daran halten. Man kann übrigens auch anonym auf die Suche gehen, Stellengesuche und Selbstanzeigen auf den Portalen sind dazu ein guter Ansatz. Vermeiden Sie bei der Beschreibung Ihrer Qualitäten, dass man Sie zu leicht erkennen kann, falls einer aus Ihrem Rennstall die Anzeige lesen sollte. Wenn Sie sich mit Ihrem Chef gut verstehen oder dieser Ihnen selbst den Wechsel nahegelegt hat, können Sie auf den Verschwiegenheitsrummel natürlich auch verzichten. Beachten Sie auch die Kündigungsfristen, die für Ihre Stelle gelten, hier ist ein bisschen Timing gefragt, sodass der Übergang in die neue Karriere möglichst glatt geschehen kann, ohne unnötige Lücken, für die Sie vielleicht sogar bei der Bundesanstalt für Arbeit Klinken putzen gehen müssten.

Was sich vom Jobwechseln erwarten lässt

So ein Jobwechsel kann wie das Durchlüften eines stickigen Raumes auf Sie wirken. Sie fühlen neuen Ansporn, neue Energie, entwickeln Motive sich zu engagieren und in die etwas andere Materie und Arbeitsweise der neuen Stelle einzuarbeiten. Ein gefühlter Stillstand wird überwunden. Im neuen Umfeld können Sie auf Bedingungen stoßen, die Ihren Befähigungen besser liegen als am alten Arbeitsplatz. Vielleicht weiß man Sie hier richtig zu fordern statt auszubremsen. Vielleicht ist hier Ihre Initiative willkommen, während am alten Arbeitsplatz dagegen gemauert wurde. Das ist alles schon viel wert. Verschweigen wir auch nicht, dass neue Kollegen auch neue soziale Verbindungen versprechen, ob nun besser oder schlechter als früher, werden Sie schon selbst herausfinden. Dass Sie in der Regel mit dem Jobwechsel eine Einkommensverbesserung verknüpft sehen wollen, setzen wir mal als naturgegeben voraus. Oder geht es darum, eine Stelle zu finden, zu der man nicht stundenlang pendeln muss? Auch ein guter Grund.

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