Kündigen - aber richtig!

„Ich kündige mein Arbeitsverhältnis“, wer hat diesen Gedanken nicht schon einmal in seinem Kopf gehabt? In Deutschland haben laut Statista 66 % aller Befragten bereits ein bis fünfmal den Job gewechselt. Steht der Entschluss fest, stellen sich für einen Großteil der Arbeitnehmer Fragen, wissen sie doch nicht, was alles bei einer Eigenkündigung beachtet werden muss. Wann und wie soll die Kündigung erfolgen? Wie muss das richtige Kündigungsschreiben verfasst werden? Wann teile ich dem Chef und den Kollegen meinen Entschluss mit? Wie bekomme ich ein korrektes Arbeitszeugnis? Fragen, die für viele Menschen ein richtiges Problem darstellen, da sie nicht in der Lage sind, ihre Kündigung nach den gesetzlichen Regeln abzuwickeln. 

Kündigen sollten Sie nicht aus einer emotionalen Verfassung heraus, wichtig ist, sich darauf richtig vorzubereiten. Fehler können fatale Folgen haben und viel Geld kosten. Was ist nun zu tun? Es gibt vier Dinge, die Sie bei einer Kündigung unbedingt beachten sollten. Das Gespräch mit dem Chef, der Kündigungszeitpunkt, das Kündigungsschreiben und der letzte Eindruck sind das Entscheidende, um sich im Guten zu trennen.

Gespräch mit dem Chef

Sie haben sich entschlossen, das Arbeitsverhältnis beenden zu wollen, dann ist das Vieraugengespräch mit dem Chef, bei dem Sie Ihre Beweggründe darlegen können, unerlässlich. Ein Wort des Dankes für gute Zusammenarbeit zeugt von Fairnis und Ihr Vorgesetzter erhält den Eindruck, dass Sie ein wenig bedauern, zu gehen. Damit erhalten Sie sich Ihren guten Ruf und einem ordentlichen Arbeitszeugnis steht nichts im Wege. Der Chef sollte immer der Erste sein, der von Ihnen über die Kündigungsabsicht informiert wird. Keinesfalls sollte er von Ihrem Vorhaben durch Mitarbeiter erfahren. Im Gespräch dürfen Sie nicht erklären, was Sie im betrieblichen Umfeld stört. Legen Sie ihm stattdessen dar, welches neue Aufgabengebiet Sie als Herausforderung ansehen und gern bearbeiten möchten. Damit haben Sie den Grundstein für einen ordentlichen Abgang gelegt.

Kündigungszeitpunkt

Eine Kündigung sollte erst dann vollzogen werden, wenn ein neuer Arbeitsplatz sicher ist. Grund dafür ist, dass die Agentur für Arbeit bei Eigenkündigung eine Sperrfrist verhängt und Sie in dieser Zeit keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld erhalten.

Kündigungsfrist

Die Kündigungsfrist ist unbedingt durch den Arbeitnehmer einzuhalten. Wenn Sie in einer Firma tätig sind, die eine Betriebsvereinbarung hat und nach Tarifvertrag arbeitet, so regelt diese die Fristen für die Kündigung. Besitzen Sie einen übertariflichen Arbeitsvertrag, enthält dieser die Fristen. Für alle anderen Arbeitnehmer gelten die gesetzlichen Vereinbarungen, die im BGB § 622 geregelt sind. Sie richten sich nach der Firmenzugehörigkeit und sind daher unterschiedlich. In der Probezeit, meist null bis sechs Monate, beträgt die Kündigungsfrist zwei Wochen zu jedem beliebigen Tag, nach sieben Monaten bis zu zwei Jahren vier Wochen zum Fünfzehnten bzw. Monatsende. Nach zwei Jahren beträgt die Frist einen Monat, nach fünf Jahren zwei Monate, nach acht Jahren drei Monate, nach zwölf Jahren fünf Monate, nach fünfzehn Jahren sechs Monate und nach zwanzig Jahren sieben Monate jeweils zum Fünfzehnten oder zum Monatsende. Das heißt zum Dreißigsten bzw. Einunddreißigsten des Vormonats, damit die Kündigung zum Monatsende rechtskräftig ist. Zu beachten bei der Angabe des letzten Arbeitstages sind eventuell noch vorhandene Resturlaubsansprüche.

Kündigungsschreiben

Ein Kündigungsschreiben bedarf immer der Schriftform und sollte der Einfachheit halber persönlich beim Chef, im Personalbüro oder im Sekretariat abgegeben werden. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie sich den Empfang quittieren lassen. Was muss nun das Kündigungsschreiben beinhalten?

Wie in jedem normalen Brief, gehören Name und Anschrift vom Arbeitnehmer gemäß der offiziellen Formvorschriften in die Kündigung. Sollten Sie eine Personalnummer besitzen, so ist diese auch auf dem Schreiben zu erwähnen.

Dem Datum auf dem Briefkopf kommt eine besondere Bedeutung zu und ist von äußerster Wichtigkeit; geht es doch hier um die Kündigungsfrist und die fristgerechte Zustellung. Es muss das korrekte Datum sein, an dem das Schreiben versandt wird. Auch die Kündigungsfrist muss auf dem Schreiben erwähnt werden.

Kurz und knapp sollte der Betreff laut offizieller Formvorschrift sein. Das Wort Kündigung muss im Betreff erscheinen. Eventuell noch das Datum des Arbeitsvertrages, um eine bessere Identifizierung des Vorgangs zu ermöglichen.

Beispiel: Kündigung meines Arbeitsverhältnisses gemäß Arbeitsvertrag vom (Datum Arbeitsvertrag)

Das eigentliche Kündigungsschreiben beginnt mit den Namen und Anschriften der Vertragspartner sowie einer korrekten Anrede des Arbeitgebers.

Wichtig ist vor Beginn des Schreibens der Kündigung zu wissen, wer der richtige Ansprechpartner ist und ob dieser einen akademischen Titel hat. Dieser ist bei der korrekten Anrede mit anzugeben.

In dem Schreiben sollte der Text ausschließlich die Kündigung und zu welchem Datum Sie kündigen enthalten.

Bsp.: „Hiermit kündige ich das zwischen uns bestehende Arbeitsverhältnis vom (Datum des Arbeitsvertrags einfügen) ordentlich und fristgerecht zum (Datum einfügen) zum nächstmöglichen Zeitpunkt.“. Das Kündigungsschreiben ist originalhandschriftlich mit Vor- und Nachnamen zu unterschreiben und in zweifacher Form auszufertigen.

Das Original erhält der Arbeitgeber, die zweite Ausfertigung nehmen Sie gleich wieder mit, nachdem der Arbeitgeber den Empfang durch Unterschrift bestätigt hat. Weitere Möglichkeiten der Überbringung sind Einschreiben mit Rückschein, Postzustellungsurkunde auch per Kurier. Hiermit wird sichergestellt, dass das Schreiben seinen Empfänger erreicht und Sie erhalten einen Nachweis. Den Nachweis über den Zugang der Kündigung hat der Arbeitnehmer zu erbringen.

Urlaubsantrag, Arbeitspapiere und ein qualifiziertes Zeugnis sind in einem gesonderten Schreiben zu erbitten. Ebenso etwaige sonstige Ansprüche sind in schriftlicher Form geltend zu machen.

Aus der Firma auszusteigen bedeutet aber auch, das Begonnene zu Ende zu bringen und seinen Nachfolger gut einzuarbeiten, damit die Weiterführung von Projekten und die nahtlose Übergabe/Übernahme gewährleistet sind, ohne dass der Firma durch Ihr Ausscheiden ein Nachteil entsteht. Nicht zu vergessen ist die Bereinigung des Arbeitscomputers von persönlichen Unterlagen und Passwörtern, Bildern und dergleichen. Nun können Sie auch den Kollegen mitteilen, dass Sie gekündigt haben und wann Ihr letzter Arbeitstag in der Firma ist. An diesem letzten Arbeitstag sind es nur noch Ihre persönlichen Dinge, die verstaut werden müssen, um mit Ihnen den Weg in ein neues Berufsleben zu gehen.

Mit der Abgabe der Kündigung haben Sie das alte Arbeitsverhältnis beendet. Jetzt ist es an der Zeit, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Viele interessante Angebote finden Sie über diverse Jobbörsen, auch im Internet. Schauen Sie doch einmal auf der Jobsuchmaschine Renego, www.renego.de, nach, hier werden über eine Millionen Jobs in Deutschland und über 26 Millionen Jobs weltweit angeboten. Da dürfte doch für Sie etwas dabei sein.


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