Wie erstelle ich optimal meinen Lebenslauf?

Einen guten Lebenslauf zu verfassen gehört zu den schwierigsten Aufgaben bei der Jobsuche. Dennoch widmen 28% der Arbeitssuchenden dem Erstellen einer kompletten Bewerbung nur eine Stunde oder weniger. Viele sind unsicher, wie ein perfekter Lebenslauf aussehen sollte. Ist das Foto von der letzten Weihnachtsfeier wirklich geeignet, um sich seriös zu präsentieren? Wird es auffallen, wenn Sie sich den einen oder anderen Doktortitel andichten? Ist ein Lebenslauf wirklich besser, je mehr Seiten er umfasst? 

Der Weg zu einem guten Lebenslauf ist steinig, aber wenn Sie ein wenig Zeit investieren, lohnt sich das in jedem Fall. Der erste Schritt ist, wie bei so vielem, die Selbsterkennung:

Schritt Eins:

Fragen Sie sich: Wer bin ich? Was zeichnet mich aus? Und warum bewerbe ich mich ausgerechnet für diese Stelle? Seien Sie dabei ruhig vollkommen ehrlich, Sie beantworten diese Frage vorerst nur sich selbst.

Schritt Zwei:

Schreiben Sie ihre Antworten auf, und zwar so kurz und übersichtlich wie möglich. Löschen Sie gleichzeitig unnötig Persönliches. Beziehungsprobleme, Ihre Meinung zu den aktuellen News oder ähnliche Dinge sind zwar ein wichtiger Teil Ihrer Persönlichkeit, jedoch für Personaler überflüssige und unerwünschte Informationen.

Schritt Drei:

Suchen Sie gezielt nach den Dingen, die einen negativen Eindruck erwecken könnten und überlegen Sie was Sie dagegen tun können. Formulieren Sie Nachteile zu Vorteilen um. Wer zum Beispiel keine Fremdsprache beherrscht, kann angeben, großes Interesse daran zu haben, eine zu lernen.

Schritt Vier:

Pressen Sie Ihre Identität in die Form eines Lebenslaufes. Sprich, geben Sie an, in welchen Zeiträumen Sie was getan haben. Wie lange waren Sie Schüler? Wann haben Sie Ihre Berufsausbildung begonnen? Welche Jobs hatten Sie bereits? Kurzum, was haben Sie die letzten Jahre getrieben? Ordnen Sie schließlich nach folgenden Kriterien: 

  • Bewerbungsfoto, also ein seriöses Bild von Ihnen, beziehungsweise Ihrem Gesicht. Dieses wird stets im oberen Bereich des Lebenslaufes platziert - entweder links, meist jedoch rechts.
  • Kontaktdaten, also Adresse, Telefon und Mail. Auch hier ist die Positionierung uneinheitlich. Sie können die Fuß- oder Kopfzeile nutzen sowie den oberen oder unteren Randbereich Ihres Lebenslaufes.
  • Persönliche Daten, also Geburtsdatum, Geburtsort, Partnerschaftsstatus, Anzahl Ihrer Kinder. Ihre Nationalität müssen Sie als Deutscher nicht angeben. Es sei denn, Sie verfügen über mehr als eine Staatsbürgerschaft.
  • Ausbildung, also Schulen, Lehren, Studien, Kurse etc. Geben Sie diese in Zeitspannen an. Meist sind Jahres- oder Monatsangaben angebracht.
  • Interessen & Fähigkeiten, also soziale Kompetenzen, Sprachkenntnisse oder bewerbungsrelevante Talente. Eine Zigarette auf der Nase balancieren zu können ist zwar beeindruckend, dennoch ist es nicht etwas, wonach Personaler im Normalfall suchen. Zu den häufigsten erwünschen Fähigkeiten zählen: Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit sowie Produktivität.

Zum Schluss fallen Ihnen bestimmt negative Punkte im Lebenslauf auf. Haben Sie beispielsweise wenig oder gar keine Berufserfahrung? Gibt es Lücken in Ihrem Lebenslauf, also Jahre, in denen Sie keine Leistung vorweisen können? Jeder Bewerber hat Schwächen, das wissen auch Arbeitgeber. Die Frage ist nur, ob diese beim Job ins Gewicht fallen, oder nicht. 

Als Jobsuchender hat man zwei Möglichkeiten, mit Negativpunkten im Lebenslauf umzugehen. Man kann sie leugnen oder zu ihnen stehen. Das Kaschieren, Schönreden oder gar Lügen hat einige Nachteile. Bewerbungsleiter kennen die häufigsten Tricks und durchschauen sie sofort. Werden Unwahrheiten aufgedeckt, so lehnen 46% der Personalchefs den Bewerber automatisch ab. Selbst wenn geschickt maskiert wurde, werden Personaler bei zu perfekten Lebensläufen oft misstrauisch. Manchen ist es lieber, den Bewerber zu nehmen, der kleine Unzulänglichkeiten zugibt, als den Bewerber zu riskieren, der womöglich viel schlimmere Fehler hinter einer perfekten Fassade verbirgt.

Es kann sich daher lohnen, zu Mängeln im Lebenslauf zu stehen. Phasen der Arbeitslosigkeit beziehungsweise Arbeitssuche können ohne schlechtes Gewissen angeführt werden. Auch für längere Reisen muss man sich nicht schämen. Erklärt man Lücken im Lebenslauf rechtzeitig, so wird beim Bewerbungsgespräch weniger nachgehakt. Grundsätzlich gilt: Ehrlichkeit fällt auf und kommt gut an. Außerdem drückt es Selbstbewusstsein und Verantwortungsgefühl aus, zu seinen Schwächen zu stehen.

Folgende Dinge sollten Sie vermeiden:

  • ein schlechtes Bewerbungsfoto. Schnappschüsse, Urlaubsfotos oder gar Beweise Ihrer Feiereskapaden haben in Ihrem Lebenslauf nichts verloren.
  • irrelevante Informationen. Personaler möchten von Ihrem Lebenslauf erfahren, ob Sie für den Job geeignet sind oder nicht. Ob Sie passionierter Briefmarkensammler sind, ist für die meisten Jobs unwichtig. Es gibt jedoch Ausnahmen: Ihre sportlichen Leistungen können Sie bei einer Bewerbung als Sportlehrer gerne im Lebenslauf erwähnen. Ebenso kann es von Vorteil sein, den Arbeitgeber von Ihrer sozialen Kompetenz zu überzeugen, indem Sie ehrenamtliche oder gemeinnützige Tätigkeiten anführen. Überlegen Sie genau, welche Ihrer privaten Aspekte Ihnen bei Ihrem neuen Job nützen könnten. Bauen Sie diese ein und lassen Sie alles andere weg.
  • Rechtschreibfehler. Vermeiden Sie diese, indem Sie Korrektur-Software wie die Online-Duden-Textüberprüfung nutzen. Flüchtigkeitsfehler könnten den Eindruck erwecken, dass Sie sich keine Mühe bei der Erstellung des Lebenslaufes gegeben haben. Schwerwiegende Rechtschreibfehler werden als Hinweis auf ein geringes Bildungsniveau interpretiert. Je nach Art des Jobs, für den Sie sich bewerben, ist Rechtschreibung mehr oder weniger wichtig. Ein falsch verwendeter Beistrich wird Sie kaum den Job kosten, dennoch sollten Sie sich größte Mühe geben!

So machen Sie es richtig:

  • Öffnen Sie das Textbearbeitungsprogramm Ihrer Wahl.
  • Stellen Sie den Zeilenabstand von einfach auf eineinhalb. Dadurch lockern Sie das Gesamtbild Ihres Lebenslaufes auf.
  • Nutzen Sie im gesamten Dokument die gleiche Schriftart.
  • Erstellen Sie eine Überschrift mit dem Wort Lebenslauf sowie Ihrem Namen.
  • Fügen Sie seitlich Ihr Profilfoto ein.
  • Gliedern Sie Ihren Lebenslauf in die oben genannten Punkte: Persönliche Daten, Ausbildung, etc. Fügen Sie Ihre Informationen ein.
  • Ordnen Sie Ihre Beschäftigungen zeitlich. Es ist üblich, entweder chronologisch zu sortieren, oder die aktuellste Beschäftigung zuerst zu nennen.
  • Nutzen Sie kurze, leicht verständliche Sätze. Insgesamt sollte Ihr Lebenslauf eine, bis maximal vier Seiten lang sein.
  • Fügen Sie zum Schluss das Datum sowie Ihre Unterschrift ein. Sollten Sie einen Lebenslauf mehrmals verwenden, so achten Sie darauf, dass alle Datumsangaben aktuell sind.
  • Meist werden gemeinsam mit dem Lebenslauf auch Zeugnisse eingereicht. Diese können Sie am unteren Rand anführen.

Für all dies gilt: Verlieren Sie nicht den Mut! Mit Jobsuchmaschinen wie Renego hat man heutzutage in Windeseile eine Fülle an freien Stellen zur Verfügung. Menschen wie Sie, die sich ausführlich darüber informieren, wie man einen Lebenslauf schreibt, müssen meist nicht lange auf Ihren Traumjob warten!


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